hannsjana
Performativer Audiowalk, 2024
Die geschlossene Filmfabrik und die ausgestorbenen Dinosaurier waren Projektionsflächen für unsere Vorstellungen von vergangenen Zeiten. Heute existieren weder die Filmfabrik, die DDR noch Dinosaurier, aber eins haben sie gemeinsam: Ihre einstige Existenz ist immer noch deutlich spürbar und wirft bis heute Fragen auf. Wie wir das Leben vergangener Zeiten erinnern, ist geprägt durch die Geschichten, die wir darüber erzählen und die Bilder, die wir uns machen. Die Filmfabrik in Wolfen war einst der größte Frauenbetrieb der DDR. Im Rückblick wird diese gerne als feministischer Vorzeigebetrieb verklärt. Bei den Dinosauriern hingegen denken wir an vermeintlich männliche Eigenschaften: Größe, Stärke und Brutalität. Mit ihrer Performance lud das Kollektiv hannsjana das Publikum ein, auf dem Gelände der ehemaligen Filmfabrik nach verschütteten, vergrabenen und überlagerten Erzählungen zu suchen. Sie fanden Spuren, die von weiblicher Arbeit, von Macht und von politischen Bewegungen erzählten. Dabei entdeckten sie einen besonderen Dinosaurier, der einer feministischen Rekonstruktion bedarf. Tyrannosaurus Rex ist tot. Lang lebe Tyrannosaurus Regina!
Von der Ideenentwicklung, über die Antragstellung bis zur finalen Performance begleitete ich hannsjana und Tyrannosaurus Regina. Die Arbeit entstand für das Festival OSTEN – Welt Weit Wolfen in 2024 und griff die zentralen Themen der Festivalausgabe auf.


